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Karies: Ursachen, Symptome, Behandlung und Vorbeugung

11 Juni · 5 Minuten

Karies gehört zu den häufigsten Erkrankungen der Zähne und betrifft Menschen jeden Alters. Sie entsteht schleichend und verursacht im Anfangsstadium oft keine Beschwerden. Bleibt sie jedoch unbehandelt, kann sie den Zahnschmelz, das Zahnbein und schließlich sogar den Zahnnerv angreifen. Im schlimmsten Fall drohen starke Schmerzen oder sogar der Verlust eines Zahns.

Die gute Nachricht: Karies lässt sich in den meisten Fällen vermeiden. Mit einer guten Mundhygiene, einer zahngesunden Ernährung und regelmäßigen Kontrolluntersuchungen kannst Du Deine Zähne langfristig gesund erhalten.

Was ist Karies?

Karies ist eine bakterielle Zahnerkrankung, bei der die harte Zahnsubstanz nach und nach zerstört wird. Verantwortlich dafür sind Bakterien im Zahnbelag (Plaque), die Zucker aus Lebensmitteln in Säuren umwandeln. Diese Säuren greifen den Zahnschmelz an und entziehen ihm wichtige Mineralstoffe.

Bleibt dieser Prozess unbehandelt, dringen die Bakterien immer tiefer in den Zahn ein. Zunächst wird der Zahnschmelz geschädigt, anschließend das Zahnbein (Dentin) und schließlich das Zahnmark (Pulpa). Dann können starke Zahnschmerzen, Entzündungen oder sogar Zahnverlust die Folge sein.

Karies entwickelt sich meist über einen längeren Zeitraum und kann in frühen Stadien häufig gestoppt werden.

Wo kann Karies entstehen?

Grundsätzlich kann jeder Zahn von Karies betroffen sein. Besonders häufig tritt sie jedoch an Stellen auf, die schwer zu reinigen sind.

Fissurenkaries

Die Kauflächen der Backenzähne besitzen kleine Vertiefungen und Rillen (Fissuren). Dort sammeln sich leicht Speisereste und Bakterien an.

Oberflächenkaries

Sie entsteht auf den glatten Außenflächen der Zähne, wenn sich Plaque über längere Zeit ansammelt.

Zahnhalskaries

Am Zahnhals ist der Zahnschmelz besonders dünn. Liegt der Zahnhals durch Zahnfleischrückgang frei, steigt das Risiko für Karies deutlich an.

Wer Zahnschmerzen aufgrund von Karies hat, kommt um einen Zahnarztbesuch nicht herum.

Wie entsteht Karies?

Karies entsteht nicht über Nacht, sondern entwickelt sich Schritt für Schritt.

Der Prozess beginnt mit Zahnbelag (Plaque). Dieser besteht aus Bakterien, Speichelbestandteilen und Nahrungsresten. Nach dem Essen – insbesondere nach zuckerhaltigen Lebensmitteln oder Getränken – produzieren die Bakterien Säuren.

Diese Säuren lösen Mineralstoffe aus dem Zahnschmelz heraus. Dieser Vorgang wird Demineralisation genannt.

Normalerweise kann der Speichel kleinere Schäden wieder ausgleichen und den Zahnschmelz remineralisieren. Werden die Zähne jedoch häufig Säuren ausgesetzt oder wird Plaque nicht regelmäßig entfernt, überwiegt die Demineralisation. Es entsteht zunächst ein kreidig-weißer Fleck, später ein Loch im Zahn.

Ohne Behandlung breitet sich die Karies immer weiter aus.

Ursachen und Risikofaktoren

Unzureichende Mundhygiene

Werden Zahnbeläge nicht regelmäßig entfernt, vermehren sich die Bakterien und produzieren kontinuierlich zahnschädigende Säuren.

Zuckerreiche Ernährung

Nicht nur die Menge des Zuckers spielt eine Rolle, sondern auch die Häufigkeit. Wer häufig süße Snacks oder zuckerhaltige Getränke konsumiert, setzt seine Zähne dauerhaft Säureangriffen aus.

Besonders problematisch sind:

  • Süßigkeiten
  • Softdrinks
  • Fruchtsäfte
  • Energydrinks
  • klebrige Lebensmittel

Trockener Mund

Speichel schützt die Zähne, indem er Säuren neutralisiert und Mineralstoffe liefert. Ist die Speichelproduktion reduziert – beispielsweise durch Medikamente oder bestimmte Erkrankungen –, steigt das Kariesrisiko.

Weitere Risikofaktoren

  • seltene Kontrolluntersuchungen
  • fehlende professionelle Zahnreinigung
  • freiliegende Zahnhälse
  • Rauchen
  • Stress
  • ungünstige Ernährungsgewohnheiten
  • genetische Veranlagung
Ein Loch im Zahn kann Schmerzen verursachen und sollte umgehend behandelt werden.

Symptome: Woran erkennt man Karies?

Karies verursacht anfangs meist keine Schmerzen. Deshalb bleibt sie häufig lange unbemerkt.

Zu den ersten Anzeichen gehören:

  • weiße oder kreidige Flecken auf den Zähnen
  • braune oder schwarze Verfärbungen
  • erhöhte Empfindlichkeit gegenüber kalten, heißen oder süßen Speisen
  • Schmerzen beim Kauen
  • unangenehmer Mundgeruch
  • sichtbare Löcher im Zahn

⚠️ Je früher Karies erkannt wird, desto schonender lässt sie sich behandeln.

Die vier Stadien der Karies

1. Initialkaries

Der Zahnschmelz verliert Mineralstoffe. Sichtbar werden helle oder weiße Flecken. In diesem Stadium kann sich der Zahnschmelz durch Fluorid und gute Mundhygiene teilweise wieder erholen.

2. Schmelzkaries

Die Zahnoberfläche wird dauerhaft beschädigt. Es entstehen erste kleine Defekte.

3. Dentinkaries

Die Karies hat das Zahnbein erreicht. Jetzt treten häufig Schmerzen oder eine erhöhte Empfindlichkeit auf.

4. Tiefe Karies

Die Bakterien erreichen den Zahnnerv. Es kann zu Entzündungen, Abszessen und starken Zahnschmerzen kommen. Oft ist eine Wurzelkanalbehandlung erforderlich.

Der Zahnarzt kontrolliert die Zähne, um Karies oder ein Loch im Zahn auszuschließen.

Wie wird Karies festgestellt?

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen helfen dabei, Karies frühzeitig zu erkennen.

Zur Diagnose kommen unter anderem folgende Methoden zum Einsatz:

  • Sichtkontrolle
  • Untersuchung mit einer zahnärztlichen Sonde
  • Röntgenaufnahmen bei versteckter Karies
  • moderne Diagnostikverfahren wie Laserfluoreszenz (je nach Zahnarztpraxis)

Gerade Karies zwischen den Zähnen bleibt ohne zahnärztliche Untersuchung häufig unentdeckt.

Wie wird Karies behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung.

Frühstadium

Kleine Schäden können häufig durch Fluoridierungsmaßnahmen stabilisiert werden.

Zahnfüllung

Ist bereits ein Loch entstanden, entfernt die Zahnärztin oder der Zahnarzt die erkrankte Zahnsubstanz und verschließt den Zahn mit einer Füllung, meist aus Komposit.

Zahnkrone

Ist ein großer Teil des Zahns beschädigt, kann eine Krone notwendig werden, um Stabilität und Funktion wiederherzustellen.

Wurzelkanalbehandlung

Hat die Karies bereits den Zahnnerv erreicht, wird das entzündete Gewebe entfernt und der Wurzelkanal gereinigt und verschlossen.

Zahnentfernung

Kann ein Zahn nicht mehr erhalten werden, muss er entfernt und gegebenenfalls ersetzt werden.

Regelmäßiges Zähneputzen kann helfen, Karies und Löcher in den Zähnen zu verhindern.

Kann man Karies selbst behandeln?

Nein.

Ist bereits ein Loch im Zahn entstanden, kann Karies nicht durch Hausmittel oder Zahnpasta beseitigt werden.

Fluoridhaltige Zahnpasta unterstützt zwar die Remineralisierung im Frühstadium, zerstörte Zahnsubstanz kann sie jedoch nicht ersetzen. Deshalb sollte bei Verdacht auf Karies immer eine Zahnarztpraxis aufgesucht werden.

Karies bei Kindern

Auch Milchzähne können Karies entwickeln.

Da sie weicher sind als bleibende Zähne, breitet sich Karies häufig schneller aus. Eine frühzeitige Zahnpflege ab dem ersten Zahn sowie regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind deshalb besonders wichtig.

Eltern sollten außerdem vermeiden, Schnuller oder Löffel mit dem eigenen Speichel zu reinigen, da kariesverursachende Bakterien übertragen werden können.

Karies und transparente Zahnschienen

Eine Aligner-Behandlung verursacht keine Karies. Entscheidend ist vielmehr die Mundhygiene.

Da herausnehmbare Zahnschienen zum Essen und Zähneputzen entfernt werden, lassen sich die Zähne gründlich reinigen. Dadurch können Plaque und Speisereste leichter entfernt werden als bei festsitzenden Zahnspangen.

Vor Beginn einer Aligner-Behandlung sollten jedoch alle kariösen Stellen behandelt werden. Während der Behandlung sind regelmäßige Kontrolltermine und eine sorgfältige Zahnpflege besonders wichtig.

Herausnehmbare, transparente Zahnschienen ermöglichen eine gründliche Zahnhygiene, die zur Kariesvorbeugung wichtig ist. 

So kannst Du Karies vorbeugen

Mit einigen einfachen Gewohnheiten kannst Du Dein persönliches Kariesrisiko deutlich reduzieren.

✅ Putze Deine Zähne gründlich

  • mindestens zweimal täglich
  • mit fluoridhaltiger Zahnpasta
  • jeweils etwa zwei Minuten

✅ Reinige die Zahnzwischenräume

Zahnseide oder Interdentalbürsten entfernen Plaque an Stellen, die mit der Zahnbürste schwer erreichbar sind.

✅ Ernähre Dich zahngesund

Versuche, zuckerhaltige Snacks und Getränke zu reduzieren. Besonders wichtig ist es, häufiges Naschen zwischen den Mahlzeiten zu vermeiden.

✅ Gehe regelmäßig zur Vorsorge

Kontrolluntersuchungen helfen dabei, Karies frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

✅ Nutze professionelle Zahnreinigungen

Sie entfernen hartnäckige Beläge auch an schwer erreichbaren Stellen und können das Risiko für Karies zusätzlich senken.

Karies früh erkennen, Zähne langfristig schützen

Karies entwickelt sich meist langsam und bleibt anfangs oft unbemerkt. Umso wichtiger sind eine konsequente Mundhygiene, eine zahngesunde Ernährung und regelmäßige Kontrolluntersuchungen.

Je früher Karies erkannt wird, desto einfacher und schonender kann sie behandelt werden. Wer seine Zähne täglich pflegt und Warnsignale ernst nimmt, schafft die besten Voraussetzungen für langfristig gesunde Zähne, auch während einer Behandlung mit Zahnschienen von Impress.

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Häufig gestellte Fragen zu Zahnkaries

Wie lassen sich bei Karies Schmerzen lindern?

Karies kann Schmerzen verursachen. Oft bedeutet das, dass die Karies schon relativ weit fortgeschritten ist. In diesem Fall solltest du so bald wie möglich einen Termin bei deinem Zahnarzt vereinbaren, um dich behandeln zu lassen.

Lässt sich Karies rückgängig machen?

Karies lässt sich rückgängig machen, wenn der Zahnschmelz aufgrund von Plaque nur leicht demineralisiert ist und sich noch kein Loch im Zahn gebildet hat. In diesem Fall helfen eine gründliche Zahnhygiene und fluoridhaltige Produkte, den Kariesbefall rückgängig zu machen.

Ist Karies ansteckend?

Das Bakterium, das hauptsächlich für die Entstehung von Löchern in den Zähnen verantwortlich ist, heißt Streptococcus Mutans und ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Somit ist Karies ansteckend, weshalb du in diesem Fall besser kein Besteck oder Gläser mit anderen teilen solltest.

Wie schnell sollte man Karies behandeln?

Karies sollte immer so schnell wie möglich behandelt werden, da es sich sonst verschlimmern kann. Gehe also unbedingt zum Zahnarzt, falls du Anzeichen für Karies bei dir feststellen solltest.

Verursacht Karies Mundgeruch?

Ja, Zahnfäule oder Karies kann Mundgeruch verursachen.

Kann sich Karies zurückbilden?

Im Frühstadium kann sich der Zahnschmelz teilweise wieder remineralisieren. Ist bereits ein Loch entstanden, ist eine zahnärztliche Behandlung erforderlich.

Verursacht jede Verfärbung Karies?

Nein. Verfärbungen können auch durch Kaffee, Tee oder Tabak entstehen. Ob tatsächlich Karies vorliegt, kann nur eine zahnärztliche Untersuchung sicher feststellen.

Kann ich eine Aligner-Behandlung trotz Karies beginnen?

Vor Beginn einer Behandlung mit Alignern sollten kariöse Stellen vollständig behandelt werden. So wird verhindert, dass sich die Erkrankung während der Zahnkorrektur weiterentwickelt.

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